Kann man mit 50 schwanger werden? Auf natürlichem Weg kaum noch: Die meisten Frauen kommen um 50 bis 52 in die Menopause, und schon Jahre vorher sind fast keine befruchtungsfähigen Eizellen mehr da. Mit eigenen Eizellen hilft auch eine künstliche Befruchtung ab 45 kaum: Das Deutsche IVF-Register zählt in dieser Altersgruppe 4,6 % Schwangerschaften und 0,4 % Geburten pro Embryotransfer. Realistisch ist eine Schwangerschaft mit 50 fast nur mit Spendereizellen einer jungen Frau. Dann liegt die Chance auf eine Geburt bei 45 bis 50 % pro Transfer, weil der Embryo so alt ist wie die Eizelle, nicht wie die Mutter. Die Eizellspende ist in Deutschland verboten, deshalb lassen sich Frauen über 50 in Griechenland, Spanien oder Nordzypern behandeln.
- Das Wichtigste in Kürze
- Schwanger mit 50: die Chancen je nach Weg
- Kann man mit 50 noch natürlich schwanger werden?
- Schwanger mit 50 durch Eizellspende: so läuft es ab
- Welche Risiken hat eine Schwangerschaft mit 50?
- Wo ist eine Eizellspende mit 50 erlaubt?
- Was kostet eine Eizellspende mit 50, und zahlt die Krankenkasse?
- Mit 50 Mutter werden: was Sie mitbedenken sollten
- Schwanger mit 50: häufige Fragen
- Kann man mit 50 noch natürlich schwanger werden?
- Kann man in den Wechseljahren oder nach der Menopause schwanger werden?
- Wie hoch ist die Chance, mit 50 durch künstliche Befruchtung schwanger zu werden?
- Wie viele Eizellen hat eine Frau mit 50?
- Schwanger mit 52 oder 55: geht das noch?
- Ist eine Schwangerschaft mit 50 gefährlich?
- Bis zu welchem Alter ist eine Eizellspende möglich?
- Kann ich mit 50 meine früher eingefrorenen Eizellen verwenden?
- Spielt das Alter meines Partners eine Rolle?
- Quellen
Das Wichtigste in Kürze
- Natürlich schwanger mit 50 zu werden ist sehr selten. Solange Sie noch Blutungen haben, ist es aber möglich; Frauenärzte empfehlen Verhütung bis ein Jahr nach der letzten Periode.
- Mit eigenen, frischen Eizellen gibt es ab 45 statistisch kaum noch Geburten. Wer früher Eizellen eingefroren hat, hat die Chancen des Alters beim Einfrieren.
- Mit Spendereizellen führt etwa jeder zweite Transfer zu einer Geburt, auch nach der Menopause. Die Gebärmutter wird mit Hormonen vorbereitet.
- Die Eizellspende ist in Deutschland verboten. Mit 50 kommen vor allem Griechenland (bis 54), Spanien (Kliniken meist bis 50), Portugal (bis 50) und Nordzypern (bis 55, mit Genehmigung älter) infrage. Tschechien behandelt nur bis zum 49. Geburtstag.
- Eine Schwangerschaft mit 50 ist eine Risikoschwangerschaft: Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes und Frühgeburt kommen etwa doppelt so oft vor wie mit Mitte 40.
- Die Krankenkasse zahlt nichts, weder die Behandlung noch die Eizellspende. Rechnen Sie mit 7.000 bis 11.000 € für eine Eizellspende im Ausland mit Nebenkosten.
Schwanger mit 50: die Chancen je nach Weg
Welche Chance Sie haben, hängt fast nur davon ab, woher die Eizelle kommt. Die Tabelle zeigt die vier Wege, die Frauen um 50 offenstehen.
| Weg | Chance pro Versuch | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Natürliche Schwangerschaft | Einzelfälle | Nur solange noch Eisprünge stattfinden. Mehr als die Hälfte der Schwangerschaften ab 45 endet als Fehlgeburt. |
| IVF oder ICSI mit eigenen, frischen Eizellen | 4,6 % Schwangerschaft, 0,4 % Geburt pro Transfer (D·I·R, ab 45) | Viele Zentren behandeln ab etwa 45 nicht mehr mit eigenen Eizellen. Über 85 % der Schwangerschaften in dieser Gruppe enden als Fehlgeburt. |
| Früher eingefrorene eigene Eizellen | Wie im Alter beim Einfrieren | Entscheidend ist, wie alt Sie beim Einfrieren waren und wie viele Eizellen gelagert sind. In Deutschland möglich, wenn das Zentrum Sie behandelt. |
| Eizellspende im Ausland | 45 bis 50 % Geburt pro Transfer, nach zwei bis drei Transfers 70 bis 80 % | Der Embryo hat das Alter der Spenderin (unter 35). Ihr Alter wirkt über Gebärmutter, Blutdruck und Stoffwechsel. |
| Embryonenspende | Abhängig vom Alter der Frau, von der die Eizellen stammen | In Deutschland über das Netzwerk Embryonenspende möglich, im Ausland mit Embryonen aus Eizell- und Samenspende. |
Die IVF-Werte stammen aus dem D·I·R Jahrbuch 2024 (Behandlungsjahr 2023, eigene Eizellen), die Werte mit Spendereizellen aus den Registern in Spanien und den USA und aus unserem Ratgeber zur Eizellspende-Erfolgsquote. Wie die Chancen von 43 bis 48 verlaufen, zeigt der Artikel Schwanger mit 45.
Kann man mit 50 noch natürlich schwanger werden?
Ja, aber sehr selten. Eine Frau hat bei der Geburt rund eine Million Eizellen, in der Pubertät etwa 300.000 bis 500.000 und zur Menopause nur noch etwa 1.000. Die übrigen Eizellen sind zudem oft chromosomal verändert. Solange noch Zyklen stattfinden, kann eine Schwangerschaft entstehen, doch sie endet ab 45 in mehr als der Hälfte der Fälle als Fehlgeburt: Eine große norwegische Registerstudie im BMJ fand ein Fehlgeburtsrisiko von 53 % ab 45.
Nach der Menopause, also zwölf Monate ohne Periode, ist eine Schwangerschaft mit eigenen Eizellen nicht mehr möglich. Die Gebärmutter kann ein Kind aber weiterhin austragen, wenn sie mit Östrogen und Progesteron vorbereitet wird. Genau das nutzt die Eizellspende.
Schwanger mit 50 durch Eizellspende: so läuft es ab
- Gesundheitscheck zu Hause. Die Klinik verlangt meist ein Belastungs-EKG oder eine Herzuntersuchung, Blutdruck, Blutzucker (HbA1c), Schilddrüse, Blutgerinnung, einen aktuellen Krebsvorsorgeabstrich und eine Mammographie. Ab 50 kommt oft ein internistisches oder kardiologisches Attest hinzu.
- Gebärmutter prüfen. Ultraschall, bei Auffälligkeiten eine Gebärmutterspiegelung. Myome, Polypen oder eine dünne Schleimhaut werden vorher behandelt.
- Klinik und Land wählen. Entscheidend sind die Altersgrenze, die Erfahrung mit Patientinnen über 50 und ob die Klinik nur einen Embryo überträgt. Die Länder im Vergleich stehen unten.
- Spenderin auswählen. Die Klinik sucht eine Spenderin, die Ihnen in Blutgruppe, Größe, Haar- und Augenfarbe ähnelt. Wartezeit meist wenige Wochen.
- Schleimhaut vorbereiten. Sie nehmen zwei bis drei Wochen Östrogen, dann Progesteron. Nach der Menopause geht das ohne eigenen Zyklus.
- Transfer. Ein Embryo, meist eine Blastozyste am Tag 5, wird übertragen; übrige Embryonen werden eingefroren. Für den Transfer reisen Sie für drei bis fünf Tage an.
- Schwangerschaft zu Hause. Nach dem positiven Test betreut Sie Ihre Frauenärztin, idealerweise in Absprache mit einer Pränatalpraxis und einer Klinik mit Perinatalzentrum.
Warum nur ein Embryo? Zwillinge verdoppeln die Risiken einer Schwangerschaft mit 50, vor allem Frühgeburt und Präeklampsie. Seriöse Kliniken übertragen deshalb ab 45 grundsätzlich nur eine Blastozyste.
Welche Risiken hat eine Schwangerschaft mit 50?
Die größten Risiken betreffen die Mutter, nicht das Kind. Die Fachgesellschaft ASRM hat in ihrer Stellungnahme zur Kinderwunschbehandlung in höherem Alter die Daten von Frauen ab 50 mit denen von 45- bis 49-Jährigen verglichen:
| Komplikation | 45 bis 49 Jahre | 50 Jahre und älter | 55 Jahre und älter |
|---|---|---|---|
| Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck | 16,7 % | 33,3 % | rund 60 % |
| Schwangerschaftsdiabetes | 14,7 % | 29,6 % | rund 60 % |
| Frühgeburt | 18,7 % | 37 % | keine verlässlichen Daten |
Dazu kommen eine hohe Kaiserschnittrate, ein erhöhtes Thromboserisiko und eine leicht erhöhte Rate an Präeklampsie schon allein durch die Eizellspende. Die ASRM empfiehlt Kliniken, eine eigene Altersgrenze für den Transfer festzulegen, und rät ab etwa 55 von einer Behandlung ab. Das Risiko für Chromosomenstörungen beim Kind richtet sich dagegen nach dem Alter der Spenderin, nicht nach Ihrem. Beim Ersttrimester-Screening oder NIPT sollte deshalb das Alter der Spenderin angegeben werden.
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Was Sie selbst tun können: Blutdruck und Gewicht vor der Behandlung einstellen, Folsäure und Jod nehmen, mit Ihrer Frauenärztin früh über niedrig dosiertes ASS zur Vorbeugung einer Präeklampsie sprechen und die Geburt in einer Klinik mit Perinatalzentrum planen.
Wo ist eine Eizellspende mit 50 erlaubt?
Die Altersgrenze ist in einigen Ländern gesetzlich festgelegt, in anderen entscheidet die Klinik. Für Frauen um 50 bleiben wenige Länder:
| Land | Altersgrenze Empfängerin | Mit 50 möglich? | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Eizellspende verboten | nein | Embryonenschutzgesetz |
| Österreich | vor dem 45. Geburtstag | nein | Spenderin identifizierbar |
| Dänemark | vor dem 46. Geburtstag | nein | offen oder anonym |
| Tschechien | vor dem 49. Geburtstag | nein | nur Paare, anonym |
| Spanien | keine gesetzliche, Kliniken meist bis 50 | ja, bis 50 | einzelne Kliniken nach Prüfung bis 52 |
| Portugal | bis 50 (gesetzlich) | ja, bis 50 | Kind kann die Spenderin ab 18 erfahren |
| Griechenland | bis 54 (gesetzlich seit 2022) | ja | ab 50 zusätzliche Untersuchungen |
| Nordzypern | bis 55, mit Genehmigung älter | ja | nicht EU, Zertifizierung prüfen |
| Lettland, Polen | keine gesetzliche, Kliniken meist bis 50 | je nach Klinik | anonym |
| Ukraine | keine gesetzliche | je nach Klinik | Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts beachten |
Alle Länder mit Rechtsgrundlage finden Sie im Ratgeber Altersgrenze für IVF und Eizellspende. Welche Kliniken Frauen über 50 behandeln und was sie kosten, zeigt IVF mit 50: die besten Kliniken und Länder.
Was kostet eine Eizellspende mit 50, und zahlt die Krankenkasse?
Das Klinikpaket für eine Eizellspende kostet in Griechenland meist 5.000 bis 8.000 €, in Spanien 5.900 bis 8.500 € und in Nordzypern 4.500 bis 6.000 €. Mit Medikamenten, Voruntersuchungen, zwei Reisen und einem möglichen zweiten Transfer liegen Sie bei 7.000 bis 11.000 €. Ab 50 verlangen Kliniken häufig zusätzliche Untersuchungen, die Sie zu Hause bezahlen. Den vollständigen Vergleich finden Sie unter Eizellspende Kosten nach Land.
Die passende Kinderwunschklinik im Ausland finden
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Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nichts: Sie übernimmt eine künstliche Befruchtung nur für verheiratete Paare, wenn die Frau zwischen 25 und 39 Jahre alt ist, und nur mit eigenen Eizellen und Samenzellen (betanet). Private Versicherer erstatten nach Tarif; eine im Inland verbotene Eizellspende wird dabei in der Regel nicht übernommen, fragen Sie vorher schriftlich nach. Steuerlich hat das Finanzgericht Berlin-Brandenburg die Kosten einer Eizellspende im Ausland nicht als außergewöhnliche Belastung anerkannt (Az. 2 K 2323/12).
Mit 50 Mutter werden: was Sie mitbedenken sollten
Die Medizin ist die eine Seite, das Leben mit Kind die andere. Wenn Ihr Kind 18 wird, sind Sie 68 oder 69. Kliniken in Spanien und Griechenland fragen deshalb nach Ihrem Umfeld: Wer unterstützt Sie, wenn Sie krank werden, gibt es einen Partner, Geschwister oder Freunde, die einspringen? Für Mutterschutz und Elterngeld gibt es keine Altersgrenze, Sie haben die gleichen Ansprüche wie jüngere Mütter. Viele Frauen berichten, dass ihnen der offene Umgang mit der Eizellspende gegenüber dem Kind leichter fällt, wenn sie ihn von Anfang an planen. Mehr dazu im Artikel Anonyme, offene oder bekannte Eizellspende.
Wie Behandlungen bei Frauen über 50 in der Praxis verlaufen sind, von der Diagnose bis zur Geburt, zeigen die echten Patientenfälle einer Schwangerschaft über 50 und der Bericht IVF über 50: ein Neustart mit 50.
Schwanger mit 50: häufige Fragen
Kann man mit 50 noch natürlich schwanger werden?
Solange Sie noch Eisprünge haben, ja, aber sehr selten. Die meisten Frauen sind um 50 bis 52 in der Menopause, und die verbleibenden Eizellen sind oft chromosomal verändert. Ab 45 endet mehr als die Hälfte der natürlichen Schwangerschaften als Fehlgeburt.
Kann man in den Wechseljahren oder nach der Menopause schwanger werden?
In den Wechseljahren, solange noch Blutungen kommen, ist eine Schwangerschaft möglich, deshalb empfehlen Frauenärzte Verhütung bis ein Jahr nach der letzten Periode. Nach der Menopause geht es nur noch mit Spendereizellen oder einem gespendeten Embryo; die Gebärmutter wird dafür mit Hormonen vorbereitet.
Wie hoch ist die Chance, mit 50 durch künstliche Befruchtung schwanger zu werden?
Mit eigenen Eizellen praktisch null: Das Deutsche IVF-Register zählt ab 45 nur 0,4 % Geburten pro Transfer. Mit Spendereizellen liegt die Chance bei 45 bis 50 % pro Transfer und nach zwei bis drei Transfers bei 70 bis 80 %.
Wie viele Eizellen hat eine Frau mit 50?
Um die Menopause herum nur noch etwa 1.000, gegenüber rund 300.000 bis 500.000 in der Pubertät. Der AMH-Wert liegt mit 50 meist unter der Nachweisgrenze. Für eine IVF mit eigenen Eizellen reicht das in aller Regel nicht mehr.
Schwanger mit 52 oder 55: geht das noch?
Mit Spendereizellen ja, in Griechenland bis 54 und in Nordzypern bis 55, mit Genehmigung auch älter. Die Risiken steigen ab 55 aber deutlich: Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes treten bei rund 60 % der Schwangeren auf. Die amerikanische Fachgesellschaft ASRM rät ab etwa 55 von einem Transfer ab.
Ist eine Schwangerschaft mit 50 gefährlich?
Sie ist eine Risikoschwangerschaft. Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes und Frühgeburt kommen etwa doppelt so oft vor wie mit 45 bis 49, Kaiserschnitte sind die Regel. Mit guter Vorbereitung, einem einzigen Embryo und engmaschiger Betreuung verlaufen die meisten Schwangerschaften trotzdem gut.
Bis zu welchem Alter ist eine Eizellspende möglich?
Das hängt vom Land ab: in Österreich bis 44, in Dänemark bis 45, in Tschechien bis 48, in Spanien und Portugal bis 50, in Griechenland bis 54 und in Nordzypern bis 55 oder mit Genehmigung darüber. Die Übersicht steht im Ratgeber Altersgrenze für IVF und Eizellspende.
Kann ich mit 50 meine früher eingefrorenen Eizellen verwenden?
Ja. Die Chancen entsprechen dem Alter beim Einfrieren und der Zahl der Eizellen: Zehn mit 35 eingefrorene Eizellen ergeben meist zwei bis vier Blastozysten. Die Risiken der Schwangerschaft selbst richten sich aber nach Ihrem heutigen Alter.
Spielt das Alter meines Partners eine Rolle?
Ja, aber weniger als Ihres. Ab etwa 45 bis 50 nehmen Samenqualität und Befruchtungsraten ab, und die Zahl neuer Genveränderungen im Samen steigt. Einzelheiten stehen im Artikel Alter des Mannes und Kinderwunschbehandlung.
Quellen
- Deutsches IVF-Register, D·I·R Jahrbuch 2024, Sonderausgabe für Paare (Schwangerschafts-, Geburts- und Fehlgeburtsraten nach Alter)
- American Society for Reproductive Medicine, Assisted reproduction with advancing paternal and maternal age: an Ethics Committee opinion (2025)
- Magnus MC et al., Role of maternal age and pregnancy history in risk of miscarriage, BMJ 2019
- CNPMA Portugal, Häufige Fragen (Altersgrenze 50 Jahre)
- betanet, Künstliche Befruchtung: Voraussetzungen und Kostenübernahme
- Haufe, FG Berlin-Brandenburg: Eizellspende keine außergewöhnliche Belastung (Az. 2 K 2323/12)









