Kumulative Schwangerschaftsraten oder kumulative Lebendgeburtenraten
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Kumulative Schwangerschaftsraten oder kumulative Lebendgeburtenraten – was bedeuten sie?

Was ist eine kumulative Schwangerschafts - oder Lebendgeburtsquote

Was ist eine kumulative IVF-Erfolgsrate?

Die gesamten Schwangerschaftsquoten/gesamten Lebendgeburtquoten reflektieren gewöhnlich die durchschnittliche Effektivität einer Behandlung, nicht pro IVF Zyklus, sondern sie berücksichtigen normalerweise 3-4 Zyklen. Manchmal sind in den gesamten Schwangerschaftsquoten außer den kompletten IVF Zyklen auch noch gefrorene Embryoübertragungen beinhaltet. Man sollte auf die Art und Weise der Datenpräsentation achten und die Klinik um die genaue Methode der Statistikberechnung bitten. Gesamte IVF Statistiken können durch verschiedene Methoden gemessen werden. Normalerweise legen Fertilitätskliniken nicht offen, was genau bei der Erstellung der Statistiken berücksichtigt wurde. Aus Ihrer Sicht, der Sicht eines Patienten, können solche Informationen entscheidend sein.

OPTION 1
Kumulative Schwangerschaftserfolgsraten können pro Anzahl vollständiger IVF-Zyklen für eine bestimmte Patientin berechnet werden, z. B. eine Patientin, die drei IVF-Zyklen hatte, oder eine Patientin, die zwei IVF-Zyklen oder vier IVF-Zyklen hatte. Die Anzahl der Zyklen wird normalerweise angegeben.

OPTION 2
Kumulative Schwangerschaftserfolgsraten können auch unter Berücksichtigung von eingefrorenen Embryotransfers berechnet werden, d.h. eine Patientin hat zwei vollständige IVF-Zyklen gehabt, aber ihr dritter Zyklus war nur der Transfer von eingefrorenen Embryonen, die während der beiden vorherigen Zyklen erworben wurden. Wenn Kliniken ihre kumulativen Erfolgsraten angeben, können sie dies als drei IVF-Zyklen ausweisen.

Kumulative IVF-Erfolgsrate / kumulative Lebendgeburtenrate – je höher, desto besser

Die meisten Patienten die ein IVF Klinik auswählen, fragen sofort nach den Erfolgsquoten. In einem unserer Artikel, Erfolgsquoten der IVF mit Spendereizellen, erklären wir auf was Sie achten sollten, wenn Sie die Daten der Kliniken analysieren. Der Artikel ist speziell zum Thema Erfolgsquoten und die Art und Weise wie die verschiedene Kliniken die Statistik präsentieren.

Wenn es jedoch um die IVF-Erfolgsraten geht, beginnen die Kliniken damit, kumulative Statistiken statt pro Zyklus anzugeben.

Art und Weise der Darstellung der kumulativen Schwangerschaftserfolgsraten

Die meisten IVF Kliniken nutzen 2 verschiedene Arten, um die Gesamtbehandlungsstatistik zu präsentieren:

Manche Kliniken zeigen Erfolgsquoten, die nach jedem IVF Zyklus einer Patientin berechnet werden – das heisst, falls die Statistik auf drei Zyklen basiert, dann wird das Diagramm drei Kurven anzeigen, die eine Patientin mit dem spezifischen IVF Zyklus anzeigt (Abbildung 1). Das untenstehende Diagramm zeigt, daß 59% der Patientinnen nach einem Zyklus schwanger werden, 65% nach dem zweiten Zyklus und 89% nach dem dritten IVF Zyklus.

Abbildung 1.

Es gibt jedoch einige Kliniken, die nicht die kumulativen Erfolgsraten für jede Patientengruppe darstellen, sondern eine Zahl zeigen, die sich z. B. auf drei IVF-Zyklen bezieht (Abb. 2). Bei dieser Darstellung der Ergebnisse kann man nicht ablesen, wie viel Prozent der Patientinnen beim ersten, zweiten oder dritten In-vitro-Programm schwanger werden. Das folgende Beispiel zeigt, dass 89 % der Patientinnen nach drei IVF-Zyklen schwanger werden.

Abbildung 2.

Wichtig: diese Diagramme dienen nur zum besseren Verständnis und zeigen keine Daten von jeglichen IVF Kliniken an. Jegliche Ähnlichkeit ist rein zufällig.

Der Satz „Jede Patientin wird schwanger“ bedeutet nicht was Sie vielleicht meinen. Was meinen Kliniken mit „Schwangerschaft“ überhaupt? Die Antwort zu dieser Frage können Sie in diesem Artikel finden IVF Erfolgsquoten.

Warum zeigen Kliniken immer häufiger die Erfolgsraten als kumulativen Indikator an, um schwanger zu werden oder ein Baby zu bekommen?

Die Antwort auf diese Frage ist äußerst einfach – umso höher der präsentierte Behandlungserfolg auf der Klinikwebsite, desto einfacher ist es die Patienten zur Klinikwahl zu bewegen. Gesamtdaten sehen besser aus. Genau aus diesem Grund präsentieren Kliniken die Behandlungsergebnisse auf diese Weise. Folgende Beispiele zeigen komplett andere Daten:

Klinik 1: IVF Erfolgsquoten: 47%
Klinik 2: Gesamt IVF Erfolgsquoten: 62%

Ein Patient wird sich jedoch meist nur an die Prozentwerte erinnern und erkennt unterbewusst, dass der höhere Wert besser ist.

Ob eine Klinik die Gesamterfolgsquoten für jeden der drei IVF Zyklen oder nur eine Gesamtinformation mit einem einzigen Prozentsatz anzeigt, liegt es eigentlich nur an der Art und Weise, wie die Daten präsentiert wurden.

Stimmt es wirklich, daß man nach mehreren IVF Behandlungen eine höhere Erfolgsquote bekommt als nach einer einzigen in vitro Behandlung?

Das stimmt wirklich. Gesamterfolgsquoten in guten IVF Zentren, die viel Erfahrung und Wissen haben, können sehr hoch sein. Laut einer Studie, die im New England Journal of Medicine publiziert wurde, können die Lebendgeburtquoten bei älteren weiblichen Patientinnen mit mehreren Spendereizellbehandlungen sehr verbessert werden. Dies ist natürlich eine sehr persönliche Entscheidung für Frauen. Im Verlauf werden Sie durchschnittliche Angaben für Gesamterfolgsquoten von IVF Behandlungen sehen.

1. Kumulative Schwangerschaftsrate / Kumulative Lebendgeburtenrate – IVF mit eigenen Eizellen

Im Fall von IVF Behandlungen mit eigenen Oozyten können die Gesamterfolgsquoten durchschnittlich zwischen 25% bis zu 70% liegen – wenn man bedenkt, daß drei IVF Zyklen in einer kurzen Zeit durchgeführt wurden. Die Diskrepanz ist sehr hoch weil das Alter der Frau sehr wichtig ist im Fall von in vitro Behandlungen mit eigenen Eizellen: umso älter die Patientin, desto geringer ist die Behandlungseffektivität. Laut einer Studie sinken die Erfolgsraten mit zunehmendem Alter bei Patientinnen, die eigene Eizellen verwenden, insbesondere bei Frauen ab 38 Jahren, nicht aber bei Frauen, die sich einem Eizellspendeprogramm unterziehen. Man geht davon aus, dass bei Frauen im Alter von 40-42 Jahren bei einem einzigen IVF-Zyklus mit eigenen Eizellen die Erfolgsraten im Durchschnitt bei 4-11% liegen können.

2. Kumulative Schwangerschaftsrate / Kumulative Lebendgeburtenrate – IVF mit Spendereizellen

Im Fall von IVF Behandlungen mit Spendereizellen, können Gesamterfolgsquoten durchschnittlich zwischen 75% bis zu 95% liegen – wenn man bedenkt, daß drei IVF Zyklen mit Spendereizellen in einer sehr kurzen Zeit durchgeführt wurden. Natürlich wird die durchschnittliche Erfolgsrate mit einem einzelnen Programm niedriger sein. Im Durchschnitt hat diese Art der Behandlung eine Erfolgsquote von 55-65%, je nach Klinik, und hängt in sehr begrenztem Maße vom Alter der Frau ab.

Lebendgeburt im Vergleich zu Schwangerschaftsquoten

Wir haben schon einen Artikel veröffentlicht in dem wir beschrieben haben, wie IVF Kliniken die Erfolgsquotenstatistik und den Unterschied zwischen Lebendgeburt und Schwangerschaftsquoten bei in vitro Behandlungen präsentieren.

In diesem Bericht werden Sie auch eine Erklärung finden, wie man die Erfolgsquote der Lebendgeburt kalkuliert. Falls Sie Daten über Schwangerschaftserfolgsquoten haben, können Sie die von uns entwickelte Methode nutzen, den Schwangerschaftstrichter, um Ihre Chancen auf eine Lebendgeburt herauszufinden.

In diesem Artikel finden Sie auch eine Erklärung, wie Sie Ihre Erfolgsrate für eine Lebendgeburt berechnen können. Wenn Sie über Daten zur Schwangerschaftserfolgsrate verfügen, können Sie das von uns entwickelte Tool, den Schwangerschaftstrichter, verwenden, um herauszufinden, wie hoch Ihre Chancen auf eine Lebendgeburt sind.

Was ist die Idee hinter den kumulativen IVF-Erfolgsraten? Ist es nur Marketing?

Woher kommt die Idee, die kumulative IVF-Effektivität statt der Effektivität pro Einzelzyklus anzugeben?

Die Idee eines kumulativen Ansatzes für die Effektivität der IVF ist etwas völlig anderes, als nur die höchsten Werte auf dem Diagramm zu zeigen und hat eine inhaltliche und psychologische Berechtigung.

Kinderwunschbehandlungen mit in vitro Fertilisation ist komplex und oft ein sehr langer Prozess, medizinisch und diagnostisch. Misserfolg bei der Einnistung oder Fehlgeburt können passieren und sind sicherlich eine höchst emotionale und überwältigende Erfahrung für alle Patientinnen. Man glaubt allerdings, daß selbst Misserfolge bei in vitro Behandlungen zum Gewinn von wertvollem Wissen dient, daß für weitere IVF Versuche gut ist. Außerdem glaubt man, daß weitere in vitro Behandlungen einen therapeutischen Effekt bei Patientinnen hat. Statistisch gesehen hat man die besten Chancen beim dritten IVF Zyklus. Es gibt viele Faktoren, die dafür ausschlaggebend sind: Bei den folgenden Zyklen haben die Ärzte ein vollständigeres Bild von Ihrem Fall und können ihr Wissen über Ihre früheren Misserfolge zu Ihrem Vorteil nutzen. Sie werden wissen, wie Sie auf Medikamente reagieren oder Ihre Fähigkeit, die Gebärmutter für den Transfer vorzubereiten.

Das wichtigste Element ist aber, wie die Klinik die Patientin behandelt. Nutzen die Ärzte ihr Wissen? Wird jede Patientin und jeder IVF Versuch genau gleich, routinemäßig, behandelt? Arbeitet die Klinik wie am Fließband oder bieten sie eine persönliche Behandlung, die sich auf die individuelle Situation der Patientin bezieht?

Warum zeigen die meisten Kliniken keine Statistik der Gesamterfolgsquoten der IVF?

Manche Kliniken können diese Daten einfach nicht zusammenstellen, da die Beschaffung und Auswertung dieser Daten technisch kompliziert sein kann.

Auf der anderen Seite betrachten Patienten die Behandlung oft aus einer finanziellen Perspektive. Wenn sie kumulative Daten sehen (basierend auf mehreren IVF-Zyklen), können sie die Klinik als sehr teuer wahrnehmen. Sie könnten denken, dass die Klinik versucht, die Patienten zu täuschen und ihnen mindestens drei Zyklen zu verkaufen, um zu zeigen, dass der dritte Zyklus der effektivste ist.

85% der Patienten, die mit der IVF-Behandlung beginnen, glauben, dass sie in ihrem ersten IVF-Zyklus schwanger werden, und wenn sie ihr Budget berechnen, berücksichtigen sie normalerweise die Kosten eines einzelnen Zyklus.

Aus geschäftlicher Sicht sind Kliniken besser dran, wenn sie Erfolgsraten vorweisen können, die ihrem Marketing helfen. Aus Sicht der Patientenaufklärung haben solche Praktiken leider keine Berechtigung.

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Externe Veröffentlichungen, die Sie interessieren könnten:

Cumulative pregnancy rates in women with poor ovarian response – James M. Goldfarb, M.D. University Hospitals of Cleveland Fertility Center, Cleveland, Ohio

Advantages of cumulative pregnancy outcomes in freeze-all strategy in high responders – J Formos Med Assoc. 2018 Aug;117(8):676-684. doi: 10.1016/j.jfma.2018.05.011. Epub 2018 Jun 7.

Cumulative live birth rate in freeze-all cycles is comparable to that of a conventional embryo transfer policy – Fertil Steril. 2018 Sep;110(4):703-709. doi: 10.1016/j.fertnstert.2018.05.012.

Cumulative live birth rates according to the number of oocytes retrieved after the first ovarian stimulation for in vitro fertilization/intracytoplasmic sperm injection: a multicenter multinational analysis including ∼15,000 women. – Fertil Steril. 2018 Sep;110(4):661-670.e1. doi: 10.1016/j.fertnstert.2018.04.039.

Über den Autor:
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Aleksander Wiecki

Aleksander ist ein spezialisierter Marketingprofi, Manager für Patientenerfahrungen und Verfechter der Transparenz und Wahrheit der IVF-Behandlung. Er verfügt über fundiertes Fachwissen und Hintergrundwissen in der IVF-Branche, einschließlich IVF-Kliniken, Genetic Laboratories und IVF-Patienten. Aleksander ist der festen Überzeugung, dass zwischen IVF-Patienten und IVF-Kliniken eine Lücke besteht. Es ist diese Lücke, in der Patienten auf die häufigsten Fallen der IVF-Behandlung hereinfallen könnten. Deshalb brauchen Patienten Hilfe und Unterstützung, die sie nicht unbedingt von Kinderwunschkliniken erhalten. Die Unterstützung, die aus einer objektiven, vertrauenswürdigen und zuverlässigen Quelle kommt. Aleksander ist regelmäßiger Gast bei ESHRE-Jahrestreffen, der Fertility Show in London, dem Fertility Forum, dem IMTJ - Medical Travel Summit sowie Fruchtbarkeitsausstellungen und Konferenzen auf der ganzen Welt.
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