IVF mit Spendereizellen bei Patientinnen mit wiederholten oder spontanen Fehlgeburten. Sind Spendereizellen das Richtige?

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IVF mit Spendereizellen bei Patientinnen mit wiederholten oder spontanen Fehlgeburten. Sind Spendereizellen das Richtige? IVFANSWERS

Hatten Sie eine IVF und danach eine Fehlgeburt? Können Spendereizellen dies vermeiden?

Darunter finden Sie 3 aufgezeichnete Antworten von 3 IVF Experten.


Antworten von Dr Karpouzis

Dr Harry Karpouzis, IVF Pelargos, Griechenland

Ja, Spendereizellen können die Lösung sein, wenn wir den Grund für die wiederholten Fehlgeburten kennen und es an Chromosomen oder am Embryo liegt. Wie ich schon sagte, sind Gründe für wiederholte Fehlgeburten vielfältig – immunologisch, Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, Hydrosalpinx, Polypen, Myome, Infektion. Viele Dinge können zu wiederholten Fehlgeburten führen. Zuerst müssen wir alles ausschließen und herausfinden, ob es am männlichen oder Eizellfaktor liegt. Das heißt wenn wir gleich PGS machen, weil wir sonst alles ausgeschlossen haben und können keine Embryonen mit normalen Chromosomen finden, dann ist Eizellspende die beste Option und kann die Wahrscheinlichkeit auf wiederholte Fehlgeburten reduzieren. Falls die wiederholten Fehlgeburten an der Gebärmutter liegen, dem Uterus, dann wäre Leihmutterschaft vielleicht die bessere Option.


Antworten von Dr Szlarb

Dr Natalia Szlarb, IVF Spain, Spanien

Ist Eizellspende die Lösung bei Patientinnen mit wiederholtem Einnistungsversagen? Eizellspende ist keine Lösung bei Einnistungsversagen. Bevor wir uns für Eizellspende entscheiden, müssen wir die Gründe für das Einnistungsversagen finden. Es gibt drei Hauptgründe warum sich Embryonen nicht einnisten. Der erste ist die Euploidierate – die Anzahl der genetisch normalen euploiden Embryonen die Patienten wegen ihres Alters haben. Der zweite Grund warum Embryonen sich nicht einnisten, ist die Gebärmutterschleimhaut oder das Einnistungszeitfenster könnte sich verschoben haben. Der dritte Grund warum sich Embryonen nicht einnisten, ist die Immunologie. In unserem Körper, in der Gebärmutter gibt es natürliche Killerzellen, die den Embryo als Fremdkörper betrachten und ihn dann abstoßen.

Bei IVF Spanien konzentrieren wir uns auf die Euploidierate bevor wir Patientinnen Eizellspende empfehlen. Wir empfehlen wärmstens einen Termin in unserem Zentrum zu vereinbaren, um die ovarielle Reserve zu prüfen, um festzustellen, ob man mit den eigenen Eizellen arbeiten kann. Bei IVF Spanien würden wir uns auf die Morphologie der Embryonen bei Patienten mit entsprechendem Alter konzentrieren. Wir wählen die Embryonen der Patientin (mit eigenen Eizellen) durch PGS aus. Um dies zu tun, braucht man ein sehr gutes Labor mit hochqualifizierten Embryologen, der/die sich mit Embryobiopsie auskennt. Wenn wir genetisch normale Embryonen von den Eizellen der Patientin erschaffen können, dann liegt es daran, diese zur richtigen Zeit in die Gebärmutterschleimhaut zu übertragen wegen wiederholtem Einnistungsversagen.

Vor dem Embryotransfer (eigene Eizellen) machen wir einen Aufnahmetest und würden die Immunologie überprüfen. Also am (Gebärmutter)-Aufnahmetesttag machen wir auch noch den Immunologietest. Wir unterstützen jede Transfer nach wiederholtem Einnistungsversagen in einem bestimmten Alter immunologisch.


Antworten von Dr Santiago

Dr Elena Santiago, Clinica Tambre, Spanien

Eine Eizellspende kann bei diesen Patientinnen hilfreich sein, aber es ist sehr wichtig die Gründe der Fehlgeburten zu erforschen. Deshalb muss man zuerst ein paar Untersuchungen machen. Man muss die wiederholten Fehlgeburten untersuchen, und die Gründe der Fehlgeburten herausfinden, vielleicht waren es genetische Gründe oder vielleicht eine Bluterkrankung der Frau. Natürlich ist die Behandlungsart bei Frauen mit genetischen Erkrankungen hilfreich, nicht auf der männlichen Seite – weil es bei Patientinnen über 40, meist, an der Eizelle liegt.

Über den Autor:
Aleksander Wiecki

Aleksander Wiecki

Aleksander ist Spezialist für Marketing, Manager für Patientenerfahrung und Verfechter der Transparenz und Wahrheit der IVF-Behandlung. Er verfügt über fundiertes Fachwissen und Hintergrund in der IVF-Industrie, einschließlich IVF-Kliniken, genetischen Labors und IVF-Patienten. Aleksander ist der festen Überzeugung, dass es eine Kluft zwischen IVF-Patienten und IVF-Kliniken gibt. Es ist diese Lücke, in der Patienten auf die häufigsten Fallen der IVF-Behandlung hereinfallen könnten. Deshalb brauchen Patienten Hilfe und Unterstützung, die sie von IVF-Kliniken nicht unbedingt erhalten. Die Unterstützung, die von einer objektiven, vertrauenswürdigen und zuverlässigen Quelle kommt. Aleksander ist regelmässiger Gast bei den Jahrestagungen der ESHRE, der Fertility Show in London, dem Fertilitätsforum, dem IMTJ - Medical Travel Summit und Fertilitätsausstellungen und -konferenzen auf der ganzen Welt.